| GRANSEE Einmal mehr waren in der Granserer Siemens-Oberschule gestern nur Lobesworte zu hören. „Diese Schule nimmt bei der Anwendung neuer Medien seit Jahren eine Vorreiterrolle ein“, sagte Bildungsminister Holger RUPPRECHT und übergab folgerichtig Geld für die Anschaffung digitaler Tafeln. Neun davon werden von den 36 000 Euro angeschafft. Noch vier wären notwendig, dann könnten Lehrer und Schüler gänzlich auf Kreide verzichten. Nichtsdestotrotz, an der Siemens-Schule begann gestern ein interaktives Zeitalter.
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Im Land Brandenburg verfügt die Siemens-Schule damit über einen Referenzstatus, der, so Schulleiter Reinhard Witzlau, stolz mache, aber auch ein bisschen Angst. Modernste Technik solle zu einer neuen Lehr- und Lernkultur führen und das bedeute für alle Lehrer, ständig auf dem neuesten Stand zu sein. Der Austausch der Kreidetafeln gegen die modernen Boards werde eines Tages dazu führen, dass die Siemens-Lehrer ihre Erfahrung mit digitalen Unterrichtsmaterialien an Kollegen anderer Schulen weitergeben.
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„Ziel ist es, dass Lehrer Wissen moderieren und nicht vermitteln. Die Schüler sollen motiviert werden, sich ihr Wissen selbstständig zu erarbeiten. Dabei haben die interaktiven Tafeln, die künftig auch mit Klassenzimmern anderer Schulen im Kontakt stehen können, eine unterstützende Funktion“, sagte Antje Minhoff, Chefin einer gleichnamigen Berliner GmbH.
Die 36 000 Euro entstammen dem sogenannten Ibis-Programm, was Impuls für eine bessere IT-Ausstattung an Grund-, Förder- und Oberschulen bedeutet. Auf einen Zufall wies dabei Schulleiter Witzlau hin: „Bei den alten Ägyptern war Ibis der Schutzgott der Schreiber und der Weisheit.“ |
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Das Brandenburger Bildungsministerium erhielt das Geld aus dem sogenannten PMO-Vermögen, worunter Geld von Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR zu verstehen ist. Es war in Österreich aufgetaucht, und gleich einem warmen Regen bekam auch Bildungsminister RUPPRECHT davon ab. 750 000 Euro ließ er Ibis zukommen, weitere 150 000 Euro erhalten die Volkshochschulen. „Gut angelegtes Geld“, wie alle Bildungsexperten gestern übereinstimmten.
Insgesamt sollen in Brandenburg 53 Oberschulen, 53 Grundschulen und 28 Förderschulen je ein interaktives Whiteboard erhalten. Bis Ende dieses Monats können die Schulträger bei ihren jeweils zuständigen Schulämtern dafür noch Anträge stellen. Alles in allem hat das Brandenburger Ministerium 11,7 Millionen Euro von dem in Oesterreich versteckt gewesenen Geld erhalten. Davon werden noch 5,5 Millionen für den Bau und die Sanierung von Spielplätzen genutzt, drei Millionen für den Bau von Mini-Spielfeldern und 2,26 Millionen für die Fortsetzung des Goldenen Planes Ost.
MAZ 18.09.2009, Text Wolfgang Gerth
Bilder MAZ und Schule
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